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Julian Moder & Samira Wirtz

Veranstaltung:
Imag(e)ining Futures Symposium – Panel 2 Vorträge
5.11.26

Im Rahmen von Panel 2 mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit & Zukunftsforschung im Design werden zum Auftakt zwei Vorträge stattfinden.

Weitere Informationen zur Einschreibung erfolgen in Kürze. 
Hier geht es zur Programmübersicht des Symposiums.

Prof. Dr. Susanne Ritzmann (Kunsthochschule, Kassel)

Design im Wasteocene – Perspektivwechsel, Transformation und Werte

Vortrag I

Dieser Vortrag findet auf Deutsch statt.

Vor dem Hintergrund aktueller Nachhaltigkeits- und Transformationsdiskurse untersucht der Vortrag, wie Zukunftsentwürfe im Design entstehen und welche Werte, Zielvorstellungen und Konflikte sie prägen. Vorgestellt wird der Ansatz Design from Discard (DfD) als Perspektive, die gängige kreislaufförmige Zukunftsnarrative kritisch hinterfragt. Aufbauend auf den Discard Studies (Liboiron & Lepawsky, 2022) versteht DfD Abfall nicht als Versagen zirkulärer Systeme oder individueller Handlungen, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher (Macht-)Verhältnisse, kultureller Normen und materieller Ungleichheiten. Im Zentrum stehen Praktiken des Wegwerfens, Aussortierens und Ausblendens als Dimensionen gesellschaftlicher Standortbestimmung und potenzieller Transformation. Auf Grundlage einer Designtheorie des Mülls (Ritzmann, 2018) wird diskutiert, wie alternative Zukunftsbilder entstehen können, die nicht allein auf technische Optimierung setzen, sondern auf veränderte Bedeutungen, Werte und Praktiken. Verschiedene Beispiele werden als Gegenentwurf zu dominanten Nachhaltigkeitsvisionen vorgestellt und als Beitrag zu einer kritisch-reflexiven Zukunftsforschung im Design diskutiert.

Liboiron, M. & Lepawsky, J. (2022). Discard studies: wasting, systems, and power. The MIT Press.
Ritzmann, S. (2018). Wegwerfen │ Entwerfen: Müll im Designprozess – Nachhaltigkeit in der Designdidaktik. De Gruyter.

Prof. Dr. Eileen Mandir (Hochschule München)

Participatory Design Futuring – Erkundung, Vorstellung und Aushandlung widersprüchlicher Zukunftsszenarien für nachhaltige städtische Wandlungsprozesse

Vortrag II

Dieser Vortrag findet auf Deutsch statt.

Dieser Vortrag bietet einen Überblick über „Participatory Design Futuring“, ein aufstrebendes Fachgebiet, in dem Designer*innen vielfältige Interessengruppen befähigen, gemeinsam durch Design nachhaltigere Zukunftsszenarien zu entwerfen und auszuhandeln. Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht die partizipative Entwicklung von Zukunftsszenarien, die greifbar, erlebbar und emotional ansprechend sind und dadurch Entscheidungsträger*innen in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zum Handeln motivieren. Durch einen strukturierten kreativen Prozess unterstützen Methoden aus den Bereichen Zukunftsforschung, spekulatives Design und Mediation die systematische und analytische Auseinandersetzung mit mehreren möglichen Zukunftsszenarien gleichzeitig. Am Beispiel des Wandels hin zu nachhaltiger städtischer Mobilität zeigt der Vortrag, dass die konkurrierenden Anliegen und widersprüchlichen Zukunftsvisionen der Bewohner nicht zwangsläufig zu einer Sackgasse führen. Stattdessen wandeln Szenariomethoden Konflikte in eine produktive Ressource und eine Grundlage für die Entwicklung reichhaltigerer, lebenswerterer Szenarien um. Verschiedene Kreativitätswerkzeuge erweitern zudem die Fähigkeit, sich verbesserte Zukunftsvisionen vorzustellen, die die Realitäten des Alltags widerspiegeln. Dies stellt die Vorstellung einer einzigen, unvermeidbaren Zukunft in Frage und unterstreicht, dass das Erkunden, Vorstellen und Aushandeln mehrerer möglicher Zukunftsszenarien – eine Praxis, die auf Zukunftskompetenz basiert – selbst eine grundlegende Gestaltungsaufgabe ist.

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