
Workshop:
Imag(e)ining Futures Symposium (Panel 3)
6.11.26
Im Rahmen von Panel 3: Prototypen und andere Denkwerkzeuge von Zukunft werden eine Reihe prallel stattfindender Workshops angeboten. Diese erproben hands-on inwiefern Prototypen, Szenarien und spekulative Gestaltungsverfahren eigenes Wissen erzeugen. Erkundet wird, wie Entwürfe Annahmen sichtbar und Alternativen prüfbar machen.
Informationen zu weiteren Workshops und zur Einschreibung erfolgen in Kürze.
Hier geht es zur Programmübersicht des Symposiums.
Andreas Muxel
Positive Futures 2046: Leben mit Maschinen
Workshop I
Dieser Workshop findet auf Deutsch statt.
Worum geht es in diesem Workshop?
In diesem praxisorientierten Workshop erkunden wir die Zukunft des Lebens mit Maschinen nicht als technische Herausforderung, die es zu optimieren gilt, sondern als Raum, um uns positive, erstrebenswerte Formen des Zusammenlebens vorzustellen. Anstatt zu fragen: „Welche Probleme kann Technologie lösen?“, fragen wir: „Welche Art von Leben möchten wir im Jahr 2046 führen, und welche Rolle könnten Maschinen dabei spielen, dies zu unterstützen?“ Mithilfe von Design Fiction, Techno-Mimesis und Rollenspielen werden wir utopische Zukunftsvisionen entwerfen und erleben, die den Fokus auf menschliche Erfahrungen, Bedürfnisse und Werte legen und gleichzeitig Spannungen, Widersprüche und ethische Fragen aufzeigen.
Was werden wir tun?
- Spekulative Technologiekonzepte entwerfen
- Einfache Requisiten bauen und Rollenspielszenarien durchspielen
- Kritisch aus menschlichen und nicht-menschlichen Perspektiven reflektieren
Es sind keine Vorkenntnisse in Design Fiction, Schauspiel oder Performance erforderlich, sondern lediglich Neugier und die Bereitschaft zum Experimentieren.
Eva Katsaiti
Von der Wunde zum Wort zur Welt
Workshop II
Dieser Workshop findet auf Englisch statt.
Worum geht es in diesem Workshop?
Dieser Workshop lädt die Teilnehmenden dazu ein, ihre emotionale Beziehung zu geschlechtsspezifischer Gewalt durch einen strukturierten Prozess des Benennens, der Transformation und des kreativen Handelns zu erkunden. In der ersten Phase werden die Teilnehmenden gebeten, drei Wörter zu identifizieren, die ihre Gefühle beim Erleben oder beim Nachdenken über geschlechtsspezifische Gewalt einfangen – unverfälschte, ehrliche, negative Wörter, die aus ihrer eigenen Lebenserfahrung oder Wahrnehmung stammen. Dabei kann es sich um Gefühle wie Scham, Hilflosigkeit oder Wut handeln. Anschließend werden sie gebeten, drei „Gegenwörter“ zu finden – die emotionalen Zustände, auf die sie hinstreben möchten, wie zum Beispiel Würde, Solidarität oder Mut. Schließlich – und das ist entscheidend – reflektieren die Teilnehmenden darüber, was sie benötigen würden – in Bezug auf Unterstützung, Ressourcen, Gemeinschaft oder strukturelle Veränderungen –, um tatsächlich den Weg von den negativen zu den positiven Wörtern zu beschreiten. Dieser dritte Schritt verwandelt die Übung von einer persönlichen Reflexion in eine Form der kollektiven Wissensproduktion, die nicht nur Gefühle, sondern auch die für eine echte Transformation erforderlichen Bedingungen zutage fördert.
Parallel dazu verläuft der zweite Strang des Workshops: Die Teilnehmenden erstellen Collagen aus Bildern der Populärkultur und aus Mainstream-Magazinen. Anstatt die Bildsprache zu übernehmen, die die Populärmedien in Bezug auf Geschlecht und Gewalt vermitteln, sind sie aufgefordert, diese Bilder auszuschneiden, neu anzuordnen und neu zu kontextualisieren – dabei untergraben sie deren ursprüngliche Bedeutung, um neue visuelle Erzählungen zu konstruieren, die sich von Schaden hin zu Gerechtigkeit, Fürsorge und Selbstbestimmung bewegen. Dieser Akt des physischen Gestaltens spiegelt die emotionale Arbeit wider, die mit Worten geleistet wird: Beides sind Praktiken des Umdeutens, der Ablehnung der vorherrschenden Erzählung und der Entwicklung eines alternativen Entwurfs. Zusammen bilden die Wortübung und das Erstellen von Collagen eine zweigleisige Methodik – eine verbale, eine visuelle –, die es den Teilnehmenden ermöglicht, sich über verschiedene Arten des Erkennens mit einem schwierigen Thema auseinanderzusetzen, wodurch der Workshop für unterschiedliche Lernstile und Lebenserfahrungen sowohl zugänglich als auch fruchtbar wird.
Was werden wir tun?
- Umgang mit negativen Emotionen mithilfe verbaler und visueller Methoden
- Arbeit mit „Gegenmittel-Wörtern“ und Reflexion über die notwendigen Voraussetzungen für Veränderung
- Schaffung neuer visueller Erzählungen von Gerechtigkeit und Fürsorge
Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
Julian Moder
Denken, Prompten, Zeichnen: Generative Systeme im Entwurfsprozess
Workshop III
Dieser Workshop findet auf Deutsch statt.
Worum geht es in diesem Workshop?
Bilder der Zukunft haben wir uns immer schon gemacht. Neu ist, dass sie inzwischen auf Zuruf entstehen, unmittelbar und überzeugend, manchmal aus einem einzigen Satz Text. Das verändert die Art, wie wir uns Kommendes überhaupt ausmalen. Wir entwerfen in diesem Workshop einen Ort der Zukunft und beobachten dabei, was mit unseren Ideen passiert, wenn ein generatives System mitdenkt oder mitzeichnet. Vier Gruppen nähern sich derselben Aufgabe auf unterschiedlichen Wegen und erkunden dabei ein Spektrum zwischen eigener Vorstellungskraft und der Unterstützung durch generative Systeme in Idee und Bild. Am Ende entsteht ein geschärfter Blick dafür, an welcher Stelle die eigene Gestaltung wirkt und wo die Maschine den Entwurf prägt.
Was werden wir machen?
- Einen Zukunftsort entwerfen, jede Gruppe auf ihrem eigenen Weg
- Ergebnisse vergleichend betrachten und gemeinsam lesen
- Der Frage nachgehen, wem die generierte Zukunft überhaupt gehört
Es ist keine Vorerfahrung nötig, weder im Zeichnen noch im Umgang mit KI-Werkzeugen. Es genügt die Neugier auf das, was zwischen Kopf, Maschine und den Händen entstehen kann.
Prof. André Rösler (THWS), Dr. Beatrice Barrois (THWS)
Drawing Forward – Comic als narratives Experiment
Workshop IV
Dieser Workshop findet auf Deutsch statt.
Worum geht es in diesem Workshop?
In diesem Workshop geht es um eine kreative Exploration des Comics als narratives Experiment. Zukunftsfragen werden sowohl zeichnerisch als auch textlich erkundet, um das spekulative Denken zu fördern und inneren, emotionalen Zukunftsvisionen Ausdruck zu verleihen. Frei nach dem Prinzip der Montage entwickeln wir dann kleine Erzählungen, die Zukunftsutopien tief liegender Erwartungen und Bedürfnisse artikulieren und so das uns allen Bevorstehende ernsthaft, skurril, witzig oder absurd kommentiert.
Was werden wir machen?
- Zeichnen erleben als experimentelle Erkundung
- Mit Wort & Text spielen als Findungsprozess
- Montage als narratives Mittel von Zukunftsvisionen
Es sind keinerlei Vorkenntnisse notwendig, sondern lediglich die Lust an kreativen Prozessen.
Tessa von Both (THWS)
Zine Fiction
Workshop V
Dieser Workshop findet auf Deutsch statt.
Worum geht es in diesem Workshop?
Die Einbildungskraft ermöglicht Abwesendes gegenwärtig zu machen. Sie entscheidet darüber, was vor unserem inneren Auge erscheint und damit auch darüber, was wir für möglich halten. Sie ist nicht nur relevant für die Auswahl von Referenzen, sondern auch für deren Einschätzung: Was gilt als gelungen? Was überzeugt andere? Welche Maßstäbe teilen wir? VorBilder sind daher nie neutral, sie stehen für Haltungen, Positionen, Entscheidungen. Für die Gestaltung heißt das: Wir bewegen uns zwischen visueller Inspiration und der Orientierung an Gestalter:innen, deren Arbeiten wir als exemplarisch begreifen – formal, inhaltlich oder politisch. Ihr gestaltet ein eigenes Zine, in dem ihr Bildmaterial zusammenstellt. Der Fokus liegt dabei auf der Auswahl und Kombination von VorBildern. Die ausgewählten Bilder können sowohl gegenwärtige als auch zukünftige Perspektiven eröffnen.
Der Rand der Imagination rahmt, was wir uns vorstellen und ausdrücken können. Umso wichtiger kann das bewusste Ansammeln und konzentrierte Zusammentragen von VorBildern sein. Der Austausch darüber kann die Einbildungskraft erweitern: Neue Bilder werden denkbar, neue Verbindungen möglich.
Was werden wir machen?
- Ein Zine mit mitgebrachtem Bildmaterial gestalten
- VorBilder auswählen, kombinieren und reflektieren welche Bilder, Perspektiven und Referenzen das eigene gestalterische Denken prägen und erweitern