Design4Fun

Bewegung, Licht, Sound, Objekt

Kursankündigung Design4Fun
commons.wikimedia.org/wiki/File:Children_playing_in_the_rice_mill_(edited).jpg#/ media/File:Children_playing_in_the_rice_mill_(edited).jpg | CC BY-SA 4.0

»Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die (…) ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewußtsein des ‚Andersseins‘ als das ‚gewöhnliche Leben‘.« — Johan Huizinga, Homo Ludens

Klingen. Schwingen. Stecken. Drehen. Trommeln. Drücken. Schubsen. Fallen. Lachen. Spielen.

Objekt + Fantasie = Spielzeug [1]

Das Spielzeug hat eine lange Geschichte. Schon vor mehr als 42.000 Jahren fertigten Menschen kleine geschnitzte Objekte wie den Löwenmenschen vom Hohlenstein-Stadel aus Mammutelfenbein an, die als frühe Relikte spielerischer Betätigung gelten. [2]

Aber nicht nur Kinder haben Freude am Spiel. Verspieltheit ist eine Eigenschaft der Persönlichkeit, die es auch Erwachsenen ermöglicht, praktisch jede Situation im täglichen Leben so zu gestalten oder umzugestalten, dass sie als amüsant, intellektuell stimulierend und/oder interessant wahrgenommen werden kann. [3]

Für den Spieltheoretiker Sutton-Smith ist das Spiel der zentrale „Mittler des Neuen“ und die fundamentale Quelle von Kreativität und Innovation. Er bricht mit der traditionellen Ansicht, Spiel diene nur der bloßen Nachahmung oder dem Einüben bestehender Fähigkeiten. Spiel erzeugt absichtlich Chaos, Variationen und neue Verhaltensweisen, die das kreative Potenzial eines Menschen massiv vergrößern. [4]

In diesem Grundlagenkurs wollen wir uns den Dingen des Spielens und der Fantasie widmen. Stück für Stück. Hands on von der (spielerischen) Erprobung einer Idee bis zum fertigen Entwurf. Dabei sollen interaktive, kinetische, singende, klingende Artefakte zwischen Skulptur, Installation und performativem System (Spiel/Zeuge) entstehen, die zum Anfassen, Erkunden und Lauschen einladen – die faszinieren, die Spaß machen.

Es werden keine Vorkenntnisse dreidimensionaler Gestaltung vorausgesetzt. Wie immer steht die Medienwahl frei. Unabhängig davon wird vermittelt, wie Designlösungen anhand verschiedener Prototyping-Techniken (digital und analog) entwickelt und kommuniziert werden können. Dabei können (müssen aber nicht) auch Aspekte von Fertigung, Nutzbarkeit oder der Lebenszyklen von Produkten erprobt werden.

Eine Teilnahme am TP en miniature wird empfohlen.

Fragen zum Kurs beantworte ich gern am Dienstag, dem 22.09.26 zwischen 16:00 – 17:00 Uhr online im meinem Zoom.

[1] Falkenberg, K. (2025) Erforschen und Verstehen. Eine kurze Geschichte des Spielzeugs in Politik & Kultur 2/2025
[2] Junge, J. (2016) Grundphänomen Spielen und der Löwenmensch. Institut für Ludologie. https://www.ludologie.de/blog/artikel/news/grundphaenomen-spielen-und-der-loewenmensch/
[3] Brauer, K., Sendatzki, R., Proyer, R. (2022) Verspieltheit im Erwachsenenalter – eine Übersicht in Report Psychologie – Bonn: Dt. Psychologen-Verl., Bd. 47, 2, S. 2-4
[4] Sutton-Smith, B. (2001) The Ambiguity of Play, Cambridge, MA and London, England: Harvard University Press