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Veranstaltung:
Imag(e)ining Futures
5. - 6.11.26

Zukunft der Gestaltung - Gestaltung der Zukunft

Die Tagung Imag(e)ing Futures untersucht Zukunftsentwürfe und -bilder als epistemische, ästhetische und politische Praktiken der Gestaltung. Wie entstehen Zukunftsbilder, wie zirkulieren sie in kulturellen und medialen Zusammenhängen und wodurch entfalten sie ihre Wirksamkeit? Verfahren wie Prototyping und spekulative Ansätze werden hierbei nicht nur als Ausdrucksformen verstanden, sondern als Methoden, mit denen sich Möglichkeitsräume sichtbar machen und alternative Zukunftsnarrative erproben lassen.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Zukunftsentwürfe und -bilder in ökologischen, technologischen und sozialen Umbrüchen eine zentrale Rolle für gesellschaftliche Selbstverständigung gewinnen. Sie fungieren nicht allein als Projektionen, sondern als Praktiken, die Erwartungen ordnen und gegenwärtiges Handeln orientieren. Die Tagung setzt hier an, indem sie die ästhetischen Formen, den epistemischen Anspruch und die politische Dimension solcher Entwürfe gemeinsam und interdisziplinär in den Blick nimmt.

Zukunftsentwürfe und -bilder werden als kulturelle und mediale Formen untersucht, in denen Zeitdiagnosen, Wertungen und kollektive Erwartungen verdichtet sind. Die Forschung zu „Imaginaries“ zeigt, dass Visionen von wissenschaftlichem und technischem Fortschritt regelmäßig mit Vorstellungen von Gemeinwohl und kollektiven Zukünften verbunden sind. Imag(e)ing Futures bringt Wissenschaftler*innen, Zukunftsforschende, Gestalter*innen, Lehrende, Studierende und Alumni zusammen, um die Rolle der Gestaltung bei der Entwicklung von Zukunftsentwürfen zu erkunden und gleichzeitig die Frage nach der Zukunft von Gestaltung selbst zu stellen. Über Bildmedien, Produkt- und Interaktionsdesign bis hin zu räumlichen und visuellen Praktiken zeigt die Tagung, wie Gestaltung die Zukunft denkbar und verhandelbar macht.

Ziele sind die Verbindung eines konzentrierten, disziplinübergreifenden Diskurses mit einer begrifflichen Klärung, Fallanalysen und Werkstattformaten. Eine Open-Access-Publikation soll die Prozesse und Ergebnisse der Tagung für die Fachöffentlichkeit zugänglich machen. Die Tagung wird begleitet von einer Ausstellung unter gleichem Titel die Arbeiten von Studierenden der Fakultät Gestaltung zeigt.


Programm

Donnerstag, 5. November 2026

  • Begrüßung und Auftakt
  • Panel 1: Zukunft der Bilder – Bilder der Zukunft
    (verantwortlich Prof. Johhanna Diehl)
    Welche Bildformen und Erzählmuster prägen gegenwärtige Zukunftsvorstellungen? Untersucht wird, wie Zukunft in Bildern gestaltet, gerahmt und lesbar gemacht wird und wie sich dabei Erfahrungen der Gegenwart in Erwartungsstrukturen übersetzen.
  • Mittag
  • Panel 2: Nachhaltigkeit & Zukunftsforschung im Design
    (verantwortlich Dr. Beatrice Barrois)
    Wie sind Zukunftsentwürfe in Nachhaltigkeits- und Transformationsdiskursen gestaltet? Im Fokus stehen Ziele, Werte und Konfliktlagen sowie die Frage, wie Entwürfe in politische, gesellschaftliche und kulturelle Prozesse übersetzt werden.
  • Dinner-Keynote & Ausstellungseröffnung

Freitag, 6. November 2026

  • Willkommen
  • Panel 3: Prototypen und andere Denkwerkzeuge von Zukunft
    (verantwortlich Prof. Judith Glaser)
    Inwiefern erzeugen Prototypen, Szenarien und spekulative Gestaltungsverfahren eigenes Wissen? Analysiert wird, wie Entwürfe Annahmen sichtbar und Alternativen prüfbar machen und wie Kritik an linearen Fortschrittsannahmen methodisch fassbar wird.
  • Mittag
  • Panel 4: Zukunftsbilder im Transfer
    (verantwortlich Prof. Erich Schöls)
    Wie werden Zukunftsbilder in angewandten Kontexten wirksam, etwa in Politikberatung, Planung, Bildung, Technikentwicklung oder kultureller Vermittlung? Untersucht wird, wie Zukunftsentwürfe als Orientierungswissen genutzt werden, welche Kriterien ihre Plausibilität stützen und wie sie Entscheidungsprozesse prägen.
  • Verabschiedung

Sprechende

(zugesagt)

  • Prof. Raffaela Aversa
    Universität von Campania (IT), Materialforschung und Bioingenieurwesen
  • Prof. Manuel Casasola-Merkle
    Technische Hochschule Nürnberg (DE), Computer Generated Imaging
  • Prof. Sydney Craig
    Herron School of Art and Design, Indiana University (USA), Erzählungen und Künstlerische Praxis
  • Prof. Dr. Rafael Dernbach
    Hochschule Bielefeld (DE), Medientheorie
  • Prof. Dr. Gesa Foken
    Hochschule Darmstadt (DE), Künstlerisch-Gestalterische Didaktik und Forschung
  • Prof. Carl Frech
    Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (DE), Design, Konzeption und Entwurf
  • Prof. Dr. Eileen Mandir
    Hochschule München (DE), Systemisches Design im Kontext von sozialem Wandel und transformativen Prozessen
  • Julian Moder
    Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (DE), Designforschung und Wissenschaftskommunikation
  • Prof. Andreas Muxel
    Technische Hochschule Augsburg (DE), Physische Mensch-Maschine-Schnittstellen
  • Prof. Dr. Nicholas Müller
    Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (DE), Sozioinformatik und gesellschaftliche Aspekte der Digitalisierung
  • Prof. Susanne Ritzmann
    Kunsthochschule Kassel (DE), Nachhaltige Produktgestaltung und -entwicklung
  • Prof. Dr. Gerhard Schweppenhäuser
    Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (DE), Design-, Kommunikations- und Medientheorie
  • Magdalena Soetebeer
    Schaltzeit GmbH (DE), Zukunftsforschung
  • Markus Turber
    Intuity Media Lab (DE), Innovationsentwicklung
  • Prof. Dr. Jörg Vogel
    Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (DE),  Dateninterfaces für die RNA-basierte Infektionsforschung
  • Prof. David Voss
    Hochschule Mainz (DE), Post- und transdisziplinäre Arbeitsansätze im Design
  • Samira Wirtz
    Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (DE), Design und Intersektionalität
  • Prof. Joanna Zylinska
    King’s College London (GB), Photografie, Medien-Philosophie und Kritische Digitale Praktiken