4000 Miles (4)
Geometrie(n) der Zugehörigkeit
»“Da geht es doch nur ums Kaffeetrinken“, sagen sie abfällig.
Und genau diese Vorstellung wollte ich hinterfragen.
Ich meine, okay, aber das Servieren von Kaffee ist eine ernstzunehmende städtische Intervention.«
— Martin Lucas im Gespräch mit Jeanne van Heeswijk (Die Ontologie des Bagelwagens [3])
Die Kultur eines Stadtviertels „entsteht durch Millionen von Gesprächen, Millionen von Interaktionen, durch zufällige Begegnungen und durch millionenfaches Zusammenarbeiten.“ [1] Kunst und Design können, wie die Arbeit von Jeanne van Heeswijk und anderen zeigt, die an der Schnittstelle von Gemeinschaft, urbanem Wandel und sozialer Fürsorge (Social Practice Art/Social Design) tätig sind, dazu beitragen, „das städtische Umfeld zu beleben“, „eine Atmosphäre und Identität zu schaffen“, „auf räumliche Situationen zu reagieren“ und „das innerstädtische Erlebnis zu gestalten“, „Orientierung und Identität zu vermitteln“ sowie die Rolle der „kulturellen Vermittlung“ zu erfüllen [2].
Wir möchten uns mit dem gelebten Mikrokosmos, den ein Stadtviertel darstellt, auseinandersetzen, indem wir Fragen stellen wie: Wie lassen sich Stadtviertel mit ästhetischen Mitteln als sinnliches Erlebnis erkunden und verstehen? Wie schmeckt, klingt und riecht mein Stadtviertel? Wer lebt dort? Wie lässt sich der Charakter eines Stadtviertels einfangen und (über 4.000 Meilen) transportieren? Wie können wir aktiv dazu beitragen, unser Stadtviertel mitzugestalten?
4000 Miles findet nunmehr zum vierten Mal statt. Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt von Prof. Sydney Craig, Herron School of Art+Design in Indiana, USA, und Prof. Judith Glaser, Fakultät für Gestaltung Würzburg, und es zielt auf interkulturellen Austausch und die Entwicklung globaler Denkweisen ab. Studierende beider Hochschulen werden dazu herausgefordert, das Konzept der Nachbarschaft durch Objektstudien und kreative Problemlösung zu erforschen, während sie in internationalen Teams über eine Entfernung von 4000 Meilen hinweg und unter Einsatz verschiedener Kunst- und Designmedien zusammenarbeiten.
Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird das Thema „Nachbarschaft“ formal und konzeptionell untersucht; die Teams werden dessen analoge und digitale Eigenschaften kritisch und pragmatisch erforschen und diese mit physischen Erfahrungen verknüpfen. Der Kurs gipfelt in einer Ausstellung für bildende Kunst und Design an der Fakultät für Design Würzburg. Im Rahmen des Kurses findet eine Exkursion nach Berlin statt, einschließlich eines Workshops am Indiana University Gateway (11.11.–13.11.2026; Ankunft am Abend des 10. November).
Gerne beantworte ich Fragen zum Kurs am Dienstag, den 22.09.26, zwischen 16:00 und 17:00 Uhr online über meinen Zoom. Nach Absprache ist der Kurs im 3. Semester als Grundlagenprojekt belegbar.
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