Photography in Transition

Zwischen analoger Tradition und algorithmischer Bilderzeugung

Die Fotografie befindet sich im Umbruch: Digitalisierung, künstliche Intelligenz und computational photography verändern grundlegend, wie Bilder entstehen, was als fotografisch gilt und welchen Wahrheitsanspruch sie noch erheben können. In dieser Lehrveranstaltung setzen sich die Studierenden praktisch-künstlerisch wie reflexiv-theoretisch mit diesem Wandel auseinander.

Im Zentrum steht die Beobachtung, dass viele Studierende sich intensiv mit neuen fotografischen Technologien beschäftigen, während zugleich eine Gegenbewegung entsteht: die bewusste Hinwendung zu klassischen, analogen Verfahren als Kontrapunkt zu algorithmisch erzeugten und KI-generierten Bildwelten. Dieses Spannungsfeld zwischen technologischer Beschleunigung und analoger Rückbesinnung bildet den inhaltlichen Kern des Kurses.

Die Teilnehmenden sind frei in der Wahl ihrer Mittel und können aktuelle Themen der Bildkultur aufgreifen oder eigenständige fotografische Fragestellungen entwickeln – von klassischer Kamerafotografie über digitale und generative Verfahren bis hin zu 3D-Fotografie und hybriden Bildtechniken. Gerahmt wird die praktische Arbeit durch bildtheoretische und medienkritische Perspektiven zu Authentizität, Indexikalität, Bildpolitik und den epistemischen Konsequenzen KI-basierter Bilder ohne sensorische Referenz.

Die Projekte entstehen prozessual, begleitet durch Gespräche und Werkstattgespräche. Ausgangspunkt ist jeweils eine selbst formulierte Fragestellung, die im Semesterverlauf praktisch beantwortet wird. Zwischenpräsentationen dienen dem Austausch und der kritischen Diskussion der entstehenden Arbeiten.

Studierende des Grundlagenprojekts aus dem 3. Semester erhalten eine umfassende Einführung in die selbständige Projektarbeit, theoretische und praktische Starthilfe sowie einen Überblick über bereits erfolgreiche interdisziplinäre fotografische Projekte.