Kritisches Gedenken gestalten
2026

Timon Wißfeld

Kritisches Gedenken gestalten (Timon Wißfeld)
Kritisches Gedenken gestalten (Timon Wißfeld)

Designtheoretische Annäherung an die kritischen Aspekte des Gedenkens an die Shoah

Ziel von Erinnerungskultur kann die Produktion von Konsens sein, aber auch die Ermutigung zu kritischem Dissens – verstanden als „Spiel-und Bildraum“ für befreiendes Denken und Handeln im Sinne von Walter Benjamin.

Timon Wißfeld analysiert diese ambivalente Situation. Seine zentralen Denkmotive sind Kritik (im Anschluss an Horkheimer und Adorno), Erinnern (im Geist von Friedländer, Rabuza und anderen), Entstalten (im Sinne von Benjamin) und Gestalten.

Wißfeld untersucht Artefakte, Produkte, Projekte und kommunikative Entscheidungen, die für die Entwicklung derErinnerungskultur charakteristisch sind. Ausgehend von visueller Anschauung der Phänomene arbeitet er in dichten Fallstudien erinnerungspolitische Implikationen einzelner Gestaltungsentscheidungen heraus. Dabei werden Impulse zu einer gestalterischen Geschichtsvermittlung entwickelt, die vom Motiv der Erschütterung ausgeht und der historischen Bildung der Gestaltenden und der Rezipierenden verpflichtet ist.

Wißfelds Studie ist eine überarbeitete Fassung seiner Master-Thesis an der Hochschule Niederrhein, die von Kerstin Plüm und Gerhard Schweppenhäuser betreut wurde.

Das Buch ist ein vorbildliches Zeugnis der Theoriearbeit eines kritischen Gestaltungspraktikers.